Kai Whittaker | Meine Gedanken zum Tag der Deutschen Einheit
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Meine Gedanken zum Tag der Deutschen Einheit

Im Tag der deutschen Einheit spiegelt sich die gesamte deutsche Geschichte wider. Zunächst einmal erinnert er uns an den Tag, an dem unser Land vereint wurde. Die Bedeutung dieses Feiertages geht aber über das Ereignis selbst hinaus.

Natürlich ist es ein Tag der Freude, in einem Land zu leben, in denen es den Menschen gut geht. In einem Land zu leben, in dem sich die Menschen frei entfalten können und in Frieden mit ihren Nachbarn leben. Bei all dieser Freude ist der Tag der Deutschen Einheit auch eine Mahnung. Zum einen dürfen wir nicht vergessen, dass viele Menschen große Opfer für Freiheit und Demokratie gebracht haben. Zum anderen müssen wir uns in Erinnerung rufen, dass diese Errungenschaften nicht selbstverständlich sind und verteidigt werden müssen. Denn vor der Einheit stand der Fall der Mauer, die wiederum für die Teilung des Landes das Sinnbild war. Die Teilung Deutschlands war das Ergebnis von zwei Machtblöcken aus West und Ost, die sich unversöhnlich gegenüberstanden. Sie standen sich ausgerechnet in Deutschland gegenüber, wo aus einem demokratischen Staat ein Unrechtsstaat wurde, der den grausamsten Krieg der Menschheitsgeschichte angezettelt hat. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen, sehr aufgeheizten Debatte um Flüchtlinge und Ausländer in Deutschland sollten wir uns das immer wieder in Erinnerung rufen.

Die Realität ist erschreckend: Politikern wird mit Gewalt begegnet, mehr als 800 Straftaten allein im letzten Jahr, so viele wie noch nie zuvor. Demokratisch legitimierten Abgeordneten wird unterstellt, dass sie lügen, dass sie korrupt sind, dass sie das Volk nicht vertreten würden. Aussagen werden pauschal zurückgewiesen, Emotionen statt Fakten dominieren den Diskurs. Garniert wird das Ganze mit einer Kritik an den Medien, die als „Lügenpresse“ bezeichnet wird. Sie berichtet angeblich das, was von irgendwelchen Politikern vorgegeben wird.

Solches Gedankengut lässt sich dann im Ergebnis so zusammenfassen wie es die AfD in ihrem Grundsatzprogramm tut: „Heimlicher Souverän ist eine kleine, machtvolle politische Führungsgruppe innerhalb der Parteien. Sie hat die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte zu verantworten. Es hat sich eine politische Klasse von Berufspolitikern herausgebildet, deren vordringliches Interesse ihrer Macht, ihrem Status und ihrem materiellen Wohlergehen gilt. Es handelt sich um ein politisches Kartell, das die Schalthebel der staatlichen Macht, soweit diese nicht an die EU übertragen worden ist, die gesamte politische Bildung und große Teile der Versorgung der Bevölkerung mit politischen Informationen in Händen hat. Nur das Staatsvolk der Bundesrepublik Deutschland kann diesen illegitimen Zustand beenden.“

Daraus kann die logische Schlussfolgerung nur heißen: Das System muss umgestoßen werden. Genau dieser Duktus erinnert gefährlich an die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Auch damals wurden Demokraten als korrupte Kaste abgestempelt, die Presse als „Systempresse“ bezeichnet. Die Weimarer Republik, die erste Demokratie auf deutschem Boden, war am Ende auch deshalb dem Untergang geweiht, weil es zu wenige Demokraten, die sie verteidigten, und genug Extremisten, die den Systemumsturz wollten, gab.

Deshalb bin ich überzeugt: Der Tag der Deutschen Einheit erinnert uns daran, dass wir die Einheit sowie die Freiheit unseres Landes jedes Mal neu erkämpfen und verteidigen müssen. Wer die Sprache und die Inhalte der AfD übernimmt, erschüttert das Fundament unseres Landes. Wir haben einen hohen Preis dafür bezahlt, um die Stabilität von heute zu erlangen. Deshalb sollten wir jetzt anfangen, dafür zu kämpfen.

Videogruß auf Facebook zum Tag der Deutschen Einheit