Besuch im Haus Fichtental des Klinikums Mittelbaden
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Besuch im Haus Fichtental des Klinikums Mittelbaden

In Kuppenheim besuchte ich das Haus Fichtental des Klinikums Mittelbaden (KMB) und erkundigte mich bei Geschäftsführer Jürgen Jung über die Neubaupläne.

Zusammen mit der Stiftung Friedrich Ganz, welche das Projekt finanziert, wird das KMB ein stationäres Pflegeheim für jüngere Menschen, im Alter von circa 20 bis 60, betreiben. Der Bauantrag wird in den nächsten Monaten eingereicht und der Bau soll sobald wie möglich beginnen.

Tatsächlich denkt man bei Pflegebedürftigen oft an ältere Menschen. Es gibt auch aber Fälle, wo junge Menschen eine solche qualifizierte Betreuung brauchen. So erklärte mir Jürgen Jung, dass jüngere Pflegebedürftige sich in normalen Pflegeheimen, wo der Altersdurchschnitt weit über 80 Jahren liegt, oftmals nicht wohlfühlen. Aufgrund zahlreicher Anfragen will Jung in Kuppenheim ein spezielles Angebot schaffen. Dort werden 30 Kurzzeitplätze für Menschen jeglichen Alters geschaffen.

Im Haus Fichtental selbst stehen 81 Pflegeplätze in 77 Einzelzimmern und 2 Doppelzimmern zur Verfügung. Auch die Murgtalwerkstätten betreiben vier Wohnungen für betreutes Wohnen von Menschen mit Behinderung, erklärte mir Heimleiter Michael Salcher.

Insgesamt 70 Personen kümmern sich um die Pflege der Bewohnerinnen und Bewohner. Über zwei Drittel aller Pflegekräfte arbeiten in Teilzeit, wobei der Hauptgrund hierfür die intensive Arbeitsbelastung ist, wie mir Salcher weiter schilderte. Auch Multi-Kulti ist dort gelebte Praxis. Beeindruckend: Pflegekräfte aus Frankreich, Russland, Polen, Philippinen und anderen Ländern arbeiten alle zusammen.

Spannend ist auch die Frage, wie lange Menschen in Pflegeheimen sind:
Die durchschnittliche Verweildauer der Bewohner im Haus Fichtental ist in den letzten Jahren gesunken und beträgt aktuell 12-18 Monate. Das ist dem Ausbau der ambulanten Pflege zu verdanken. Das sehe ich als positiven Trend: Pflegebedürftige Menschen können mittlerweile länger innerhalb der eigenen vier Wände wohnen.

Pflege ist für die CDU-geführte Regierungskoalition ein zentrales Thema. Wir haben das Geld für 13.000 neue Stellen zur Verfügung. Das Problem ist aber der Bewerbermangel und die herausfordernden Arbeitsbedingungen in der Pflege. Deshalb soll bundesweit nach Tarif bezahlt, ein am Bedarf orientierter Personalschlüssel eingeführt, die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte beschleunigt und die Zahl der Auszubildenden und Ausbildungseinrichtungen gesteigert werden. Auch über die Pflegefinanzierung und Eigenanteile werden wir in Deutschland eine größere Debatte führen.



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