Caritas setzt auf Patenschaften
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Caritas setzt auf Patenschaften

Auf Einladung des Caritasverbandes Baden-Baden e.V. besuchte ich das Stadtteilzentrum Briegelacker, um mich über die Migrationsberatung für Erwachsene und das Patenschaftsprogramm „Menschen stärken Menschen“ zu informieren.

Die Migrationsberatung wird von Sozialarbeiterin Carola Lauber-Schäfer geleitet. Sie richtet sich vor allem, aber nicht nur, an geflüchtete Menschen. Auch für EU-Bürger und Migranten aus Drittstaaten sind die Türen geöffnet. „Wir helfen unseren neuankommenden Mitbürgern bei ihren ersten Schritten in Deutschland und helfen bei allen Fragen rund um Aufenthaltsrecht, Sprachkurse oder Kontakte mit Behörden wie dem Ausländeramt oder dem Jobcenter“, erklärt mir Lauber-Schäfer. Im 1. Halbjahr 2019 wurden 180 Menschen beraten.

Eine noch engere Begleitung leisten die rund 30 ehrenamtlichen Paten, welche sich unter Anleitung des Sozialpädagogen Adrian Struch im Projekt „Menschen stärken Menschen“ engagieren. Zielgruppe sind hierbei Flüchtlinge. Die Caritas-Paten begleiten im Schnitt drei Personen und bieten längerfristige und persönlichere Begleitung von einer ersten Orientierung im neuen Wohngebiet bis hin zur Job- oder Wohnungssuche. Die Paten werden von der Caritas geschult. Bei der Vermittlung von neuen Paten werde „natürlich auch darauf geachtet, dass die zwischenmenschliche Sympathie passt“, so Struch. Im Jahr 2018 halfen die Paten an fast 2.600 Terminen mit 5.665 Stunden oder umgerechnet 336 Tagen reiner Betreuungszeit. Beeindruckende Zahlen!

Trotzdem treibt Geschäftsführer Jochen Gebele die Sorge um, dass die entsprechenden Fördermittel des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gekürzt werden. Im Haushaltsentwurf 2020 wurden die bundesweiten Fördermittel für das Patenschaftsprogramm auf nur noch 8 Millionen Euro angesetzt. Zuvor sind sie für das Jahr 2018 auf 18 Millionen Euro erhöht worden. Aktuell erhält der Caritasverband Baden-Baden aus diesem Topf 25.000 Euro pro Jahr. „Bei Rückgang der Fördermittel müssten wir unsere Angebot wahrscheinlich stark einschränken“, befürchtet Gebele.

Gerne sagte ich zu, mich bei meinen Haushaltskollegen im Deutschen Bundestag für dieses Förderprogramm einsetzen. Unsere Familienpolitiker haben mir schon signalisiert, dass sie dieses Anliegen unterstützen. Auch wenn der konjunkturelle Ausblick nicht erfreulich ist und wir an einigen Stellen den Gürtel enger schnallen müssen, halte ich diese ehrenamtlichen Patenschafts-Programm für sehr förderwürdig. Die wertvolle Arbeit der Paten könnte der Staat nämlich in diesem Umfang nie leisten!

Auch Fachgebietsleiter Frank Herzberger, der „Chef“ des Stadtteilzentrums Briegelacker, gab mir noch ein Argument mit nach Berlin: „Unsere Paten leisten einen großen Beitrag dafür, dass Integration gelingt, geflüchtete Menschen unsere Sprache lernen und später auch einen Job finden. Deshalb sind die Fördermittel auf längere Sicht bestimmt auch eine sehr gute finanzielle Investition“, so Herzberger.

Willst du auch helfen?

Neue ehrenamtliche Paten sind beim Caritasverband Baden-Baden e.V. jederzeit willkommen, sich über ein Patenamt zu informieren. Adrian Struch steht interessierten Helferinnen und Helfern gerne für ein unverbindliches Gespräch zur Verfügung.

Telefonischer Kontakt: 07221-1835-25 (Montag, Dienstag und Donnerstag nach Vereinbarung)



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