Kai Whittaker | Einfach „schee“: Talk & Vesper mit Julia Klöckner
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Einfach „schee“: Talk & Vesper mit Julia Klöckner

„Proppenvoll“ kommt aus dem Weinbau und bedeutet bis zum Korken gefüllt. Umgangssprachlich proppenvoll war der Saal der Affentaler Winzer eG in Bühl beim Besuch von  Julia Klöckner. Die  Bundeministerin für Ernährung und Landwirtschaft kam auf Einladung des CDU Stadtverbandes Bühl und mir in den Wahlkreis.

Doris Schmith-Velten, Vorsitzende des CDU Stadtverbandes Bühl, begrüßte die Gäste und berichtete von den eigenen Anstrengungen in punkto Naturschutz und Artenvielfalt:  Im Rahmen des städtischen Projekts „Plant for the planet“ wurden im vergangenen November mit Kindern unter Anleitung der Obst- und Gartenbauvereine Bühler Frühzwetschgenbäume gepflanzt. Im Rahmen dieses Projekts hat der CDU Stadtverband Bühl die Patenschaft für einen Zwetschgenbaum übernommen, welcher seither auch gut betreut werde.

Ich nahm den Ball auf und begrüßte die Gäste auch von meiner Seite. Bislang konnte ich zahlreiche Hofläden und Bauern in meinem Wahlkreis besuchen und mit ihnen  über die Herausforderungen der Branche diskutieren. Auch in meinem Kerngebiet Arbeit & Soziales will ich den Erzeugern mit flexibleren Arbeitszeitmodellen und Sonderregelungen für Saisonarbeiter helfen.

Damit alleine sei es noch nicht getan, betonte Dr. Ralf Schäfer als Vertretungsberechtigter der Affentaler Winzer in seinem Impulsvortrag. Die zentralen Herausforderungen der Branche lägen im Verantwortungsbereich der Landwirtschaftsministerin, so Schäfer.

Gut erinnern könne sie sich an die Affentaler Weine aus ihrer Zeit als Weinkönigin, so Klöckner zu Beginn. Der prägnante Affe als Logo sei eine Marke mit hohem überregionalem Wiedererkennungswert, schmeichelte sie den Gastgebern der Affentaler Winzer gleich zu Beginn.

Die große Resonanz der Veranstaltung spiegelte sich auch in der Vielfalt der Teilnehmer wider: Winzer, Obstbauern, Kleinsterzeuger und Hofladenbesitzer, Angestellte aus Ämtern und Institutionen. Ein Ritt durch alle Bereiche ihrer Arbeit lieferte Klöckner, um auf alle Gruppen einzugehen.

Wichtig war Klöckner vor allem das Verbindende: „Wir leben in einer Gesellschaft voller einzelner Gruppen, schaffen es aber nicht Kompromisse zu finden. Dabei liegt die Kraft der Demokratie im Ausgleich.“ Gerade in den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung herrsche eine ideologisch aufgeheizte Debatte. Diese Gräben müssen überwunden werden. Man muss sich auf die Moderne einlassen. Einerseits wollen wir, dass durch unsere Straßen hochmoderne Busse und Autos fahren, wenn es dann aber darum geht moderne Technologie wie Pflanzenschutzmittel zu nutzen, schreien plötzlich alle, dass das nicht geht, so Klöckner. Am besten sichtbar wird dies bei Obst: Die Verbraucher achten hier stark auf die Optik, leichte optische Abweichungen würden sofort als Makel gesehen. Ohne Pflanzenschutzmittel gehe es aber nicht. Schaffe man Pflanzenschutzmittel ab, ist der Ertrag niedriger und die Bauern haben einen schlechten Jahrgang, worunter gerade Kleinbauern leiden. Im Jahr darauf  werde sich dann beschwert, dass es nur noch große Landwirtschaftsindustrie gibt und die kleinen Bauern aussterben.

Generell seien moderne Technologien bei uns zu noch zu wenig akzeptiert.  Hier brauche es mehr  Forschung und Entwicklung, denn deutsche Produkte sind gut kontrolliert und hochwertig. „Wir können stolz auf MADE IN GERMANY sein!“, rief Klöckner in den Saal, der ihren Ruf mit Applaus quittierte.

Einen Appell für mehr Akzeptanz regionaler landwirtschaftlicher Produkte gab Klöckner schließlich allen Zuhörern mit auf den Weg. Die Wertschätzung für Lebensmittel könne gesteigert werden, wenn wir uns alle dafür entscheiden und konsequent sind. Wer hochwertige Lebensmittel wolle, müsse auch bereit sein dafür zu bezahlen. Die Ausgaben für Lebensmittel liegen in Deutschland hinter dem europäischen Durchschnitt. „Den Tante-Emma-Laden wollen, aber dann zu Lidl gehen, kann nicht funktionieren. Wir brauchen eine Entscheidung und müssen dann aber auch dahinter stehen“, fasst Klöckner zusammen. Aufgrund der knappen Zeit schloss sie ihren kurzen Vortrag mit den Worten „Ich komme gerne wieder“. Nun denn, auf bald liebe Julia Klöckner.



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