Gemeindetag Forbach: Von Wasserkraft bis Internet
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Gemeindetag Forbach: Von Wasserkraft bis Internet

Eine mittlerweile lieb gewonnene Tradition sind meine Gemeindetage. Anstatt wie in einer gewöhnlichen Wahlkreiswoche von Ort zu Ort zu springen, nehme ich mir hier einen ganzen Tag Zeit, um mich intensiver mit einer Gemeinde beschäftigen. Diesmal war Forbach an der Reihe.

Los ging es mit einem Besuch bei Bürgermeisterin Katrin Buhrke. In den letzten Monaten waren wir schon intensiv in Kontakt wegen den Telefon- und Internetproblemen in Forbach-Hundsbach. Die dortige IP-Umstellung beunruhigt die Bürger sehr. Es ist unklar, welche ISDN-Verträge wann gekündigt werden und welche alternativen Lösungen die Telekom anbietet. Das Problem ist, dass Hundsbach ein weißer Fleck auf der Internetkarte in meinem Wahlkreis ist. Die Telekom erneuert zwar die Leitungen, aber weil es weder schnelles noch langsames Internet gibt, können die dortigen Bürger die Vorteile nicht genießen. Im Gegenteil: Sie verlieren mit den ISDN-Verträgen ihre (langsame) Internetverbindung und werden ins analoge Zeitalter zurückgeworfen. Zusammen mit Bürgermeisterin Buhrke bereitete ich am Vormittag den Bürgerdialog zu diesem Thema vor, der später in Hundsbach stattfinden sollte. Für mich ist klar: Auch Hundsbach verdient eine verlässliche Telefonleitung und schnelles Internet!

Kai Whittaker und Katrin Buhrke (Bürgermeisterin von Forbach)

Danach ging es weiter mit einem leckeren, gutbürgerlichen Mittagessen im Gasthaus Adler mit Sabine Reichl, Bürgermeister-Stellvertreterin und Vorsitzende der CDU Forbach. Im Anschluss stand die Besichtigung des ENBW-Pumpspeicherkraftwerks auf dem Programm.

Das Rudolf-Fettweis-Werk ist imposant. Das Werk an der Murg wurde von 1914 bis 1918, also während des Ersten Weltkrieges, gebaut. In den 1920er Jahren folgten der Bau des Raumünzachwerkes und der Schwarzenbachtalsperre. Projektleiter Ulrich Gommel stellte mir die aktuellen Ausbaupläne vor. Die Maschinen, die zum großen Teil noch aus der damaligen Zeit stammen, haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. In den nächsten Jahren soll deshalb eine neue Unterstufe gebaut werden mit einem Kavernenwasserspeicher als Ersatz für das Murgwerk und das Schwarzenbachwerk. Hierzu werden neue Stollen in den Berg gesprengt, um dort riesige Becken zu verlegen. Neben der größeren Kapazität gibt es noch eine Verbesserung: Falls zu viel Strom im Netz vorhanden ist lässt sich in Zukunft das Wasser hoch zur Schwarzenbachtalsperre transportieren und steht in Bedarfszeiten dann sofort wieder zur Verfügung.

Andreas Renner, Kai Whittaker, Werner Schoch

Sabine Reichl, Andreas Renner, Kai Whittaker, Werner Schoch

Um den Klimawandel zu bekämpfen, werden erneuerbare Energien immer wichtiger. Gerade in meinem Wahlkreis macht die Wasserkraft (und auch Fotovoltaik) mehr Sinn und hat auch eine viel höhere Akzeptanz als die Windkraft. Gerade die Forbacher identifizieren sich sehr mit „ihrem“ Wasserwerk, so Sabine Reichl in der Diskussion. Ich freue mich, dass die ENBW mit diesem Ausbauprojekt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet und die Arbeits- und Ausbildungsplätze am traditionsreichen Standort Forbach sichert. Im Moment läuft das Planfeststellungsverfahren. Der Bau selbst soll von 2020 bis 2024 stattfinden. Ich bin gespannt!

Weiter ging es mit einem Besuch bei den Ziegenfreunden Bermersbach. Der Verein hat sich der Offenhaltung der Naturlandschaft verschrieben. Die ehrenamtlichen Helfer und Mitglieder kümmern sich um über 100 Ziegen. In der Diskussion mit dem 1. Vorsitzenden Hans-Jörg Wiederrecht interessierte ich mich vor allem über die Einschätzungen zur Rückkehr des Wolfes in den Schwarzwald. Vor mehr als einem Jahr wurde er bereits in Forbach gesichtet. Auch Karl-Ludwig Matt, den 1. Vorsitzenden der NABU Ortsgruppe Rastatt lud ich zu dem Termin hinzu, um mir neben der Perspektive der Weidentierhalter auch die Sichtweise der Tierschützer anzuhören. Aktueller Anlass ist das Bundesnaturschutzgesetz, welches wir im Deutschen Bundestag ändern wollen. Als CDU wollen wir die Sorgen und Ängste der Menschen ernst nehmen und diese nicht wegdiskutieren. Da der Wolf keine natürlichen Feinde hat, müssen wir uns darauf einstellen, dass sich langfristig auch im Schwarzwald die Wolfszahlen erhöhen werden. Der Wolf ist ein geschütztes Tier und es ist gut, dass er wieder da ist. Aber es muss auch klar sein: Der Wolf hat sich dem Menschen anzupassen und nicht umgekehrt.

Kai Whittaker, Hans-Jörg Wiederrecht, Nicole Matt, Sabine Reichl, Karl-Ludwig Matt

Von Bermersbach ging es weiter nach Hundsbach. Über 50 Bürgerinnen und Bürger nahmen an dem Bürgerdialog teil, zu dem ich eingeladen hatte. An seinem 2. Arbeitstag als neuer Konzernbeauftragter der Deutschen Telekom kam Jürgen Lück gleich nach Hundsbach und erklärte die laufende IP-Umstellung. Von den circa 150 Telekomanschlüssen in Hundsbach seien bei 30 Anschlüssen kritische Probleme zu erwarten. Die laufenden Kündigungen werden spätestens zum 2. Dezember 2020 aktiv. In ihren Fragen verbargen die Hundsbacher nicht ihre große Enttäuschung. Mario Mohr, der für Breitbandausbau zuständige Dezernent im Landratsamt, machte klar, dass Hundsbach frühestens 2021 an das neue, schnelle Internet-Glasfaserkabel angeschlossen werden wird. Zusammen mit Bürgermeisterin Buhrke werde ich mich in den kommenden Wochen dafür einsetzen, dass die Teleom konkrete alternative Zwischenlösungen findet. Ganz wichtig ist auch eine bessere Kommunikation, damit den Bürgern klar ist, wann was passiert und welche individuellen Schritte jeder Haushalt wann zu tätigen hat.

Zum Abschluss des Tages ging es noch nach Gausbach, wo der langjährige Ortsvorsteher Achim Rietz nach über 30 Jahren im Amt verabschiedet worden ist. Respekt für diese lange Amtszeit und die vielen Verdienste um Gausbach!

Mittlerweile absolvierte ich in 11 meiner 24 Wahlkreisgemeinden einen Gemeindetag. Weiter geht es im November in Lichtenau! Ich freue mich darauf und werde euch wieder über meine Erlebnisse berichten!



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