Kai Whittaker MdB | Mein Gespräch mit Fridays for Future Baden-Baden
Kai Whittaker (*10.04.1985 in Baden-Baden) ist Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Rastatt. Seit seiner ersten Legislaturperiode ist er ordentliches Mitglied im Ausschuss Arbeit und Soziales. Die Themen, die den Ausschuss A&S beschäftigen, sind ganz nah am Leben der Menschen: Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit, soziale Sicherungssysteme und Rente, Inklusion und Teilhabe.
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Mein Gespräch mit Fridays for Future Baden-Baden

Bei einem virtuellen Gesprächsaustausch diskutierte ich mit Fridays for Future (FFF) Baden-Baden über aktuelle klimapolitische Herausforderungen. Die Diskussion fand auf Initiative der 16-jährigen Pauline Roth (Markgraf-Ludwig-Gymnasium) und der 17-jährigen Luisa-Marie Voß (Europäische Schule Karlsruhe) statt. Unterstützt wurden die beiden Sprecherinnen von FFF Baden-Baden von Tobias Holle (Aachen) und Sophia Pott (Lübeck), die sich bundesweit in der Bewegung engagieren.

Ich freue mich, dass FFF das Gespräch mit mir suchte. Junge Aktivistinnen wie Pauline und Luisa-Marie haben es geschafft, das Thema Klimaschutz ganz nach oben auf die politische Agenda zu bringen. Dafür gebührt ihnen Dank und Anerkennung. Der Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel ist in der Tat eine Hauptaufgabe für das 21. Jahrhundert. Auch wenn FFF und ich unterschiedliche Vorstellungen haben, wie wir die Klimaziele erreichen können, stehe ich persönlich voll und ganz hinter dem Pariser Klimaabkommen und der grünen Null: Deutschland muss bis 2050 seine CO2-Emissionen neutralisieren!

 

Ich möchte nicht den Verbrennungsmotor verbieten,

sondern darauf hinarbeiten, dass wir bessere und

100% erneuerbare Treibstoffe entwickeln.

 

Beim Thema Mobilität gab ich den FFF-Aktivistinnen recht, dass es einen noch besser ausgebauten öffentlichen Personennahverkehr braucht. Das kann aber nur ein Bestandteil sein. Gerade im ländlichen Raum, wie in meinem Wahlkreis, bleibt der Individualverkehr unverzichtbar. Ich möchte den Menschen nicht ihre Autos wegnehmen, sondern ihnen die Chancen und Anreize geben, auf bezahlbare und nachhaltige Mobilität umzusteigen. Dabei setzt ich neben dem Ausbau der E-Mobilität auf die weitere Entwicklung der Wasserstofftechnologie, CO2-neutrale e-fuels und deutlich mehr Carsharing Angebote.

Ich möchte nicht den Verbrennungsmotor verbieten, sondern darauf hinarbeiten, dass wir bessere und 100% erneuerbare Treibstoffe entwickeln. Sympathien habe ich für die FFF-Forderung, Subventionen auf fossile Energieträger abzuschaffen. Im Gegensatz sollten wir aber alle anderen relevanten Steuern und Abgaben wie Stromsteuer, EEG-Umlage oder Mineralölsteuer abschaffen. Die verbleibende Differenz kann über eine konsequentere CO2-Bepreisung ausgeglichen werden. Das unverständliche Dickicht von Subventionen und Steuern gehört abgegrast. Entscheidend ist, dass die Politik die richtigen Anreize setzt, damit die Menschen auf klimafreundliche Technologien umsteigen. Mehr Details zu meiner Vision der „Grünen Null“ findet ihr in diesem Papier, das ich mit Unionskollegen geschrieben habe.

Auch das Thema Landwirtschaft wurde eifrig diskutiert. Hier bin ich prinzipiell bei FFF, wenn sie sich für mehr ökologische Landwirtschaft einsetzen. Fakt ist aber auch: die ökologische Landwirtschaft hat einen deutlich höheren Flächenbedarf. Wir könnten Stand heute gar nicht komplett auf ökologische Landwirtschaft umsteigen. Deshalb halte ich es auch für falsch konventionelle Landwirte ständig mit neuen Vorgaben zu schikanieren. Sie brauchen Verlässlichkeit. Die Politik sollte interessierte Landwirte aber finanziell noch mehr unter die Arme greifen, wenn sie von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft umsteigen wollen. Auch für neue Trends sollten wir offen sein: Dazu zählt die „regenerative Landwirtschaft“, die noch mehr auf den Boden und Nachhaltigkeit achtet, aber auch neuste Forschungen zu künstlichem Fleisch.

Fridays for Future Baden-Baden hat aktuell 10 Mitglieder, wovon sich rund die Hälfte im engeren Team organisiert. Weil die Zeit nicht reichte, um Klimapolitik und Nachhaltigkeit in der ganzen Breite zu diskutieren, sagte ich den jungen Klimaaktivistinnen gerne ein weiteres Gespräch zu!