Kai Whittaker MdB | Raus aus den Schulden - Zu Besuch bei der Schuldnerberatung
Kai Whittaker (*10.04.1985 in Baden-Baden) ist Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Rastatt. Seit seiner ersten Legislaturperiode ist er ordentliches Mitglied im Ausschuss Arbeit und Soziales. Die Themen, die den Ausschuss A&S beschäftigen, sind ganz nah am Leben der Menschen: Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit, soziale Sicherungssysteme und Rente, Inklusion und Teilhabe.
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Raus aus den Schulden – Zu Besuch bei der Schuldnerberatung

Um eine Antwort auf meine Fragen zu bekommen, traf ich mich noch vor dem November-Lockdown vor Ort mit den Verantwortlichen der Schuldnerberatung in Baden-Baden. Schnell wird klar: Überschuldung kann jeden treffen, egal welcher Alters- oder Einkommensgruppe man angehört. Das berichtete mir Tobias Erd gleich zu Beginn.

Erd ist zusammen mit seinen Kolleginnen Marion Lambart und Adelheid Blaich am Standort Baden-Baden für den Fachbereich Schuldnerberatung zuständig. Der  Geschäftsführer des Diakonischen Werks Otto Tepper  verdeutlichte mir  die Besonderheit der Schuldnerberatung. Diese gibt es seit 2009. Sie ist die einzige Schuldnerberatung eines Wohlfahrtsverbandes in Baden-Baden und im Landkreis Rastatt.

Die Nachfrage nach Beratung und Unterstützung zeigt den Bedarf: Aktuell beträgt die Wartezeit für einen Termin sechs Monate, Diese lag aber auch schon bei über einem Jahr. Selbstverständlich bekommen Hilfesuchende bei Fragen zu fristgebundenen Anliegen auch direkte Auskünfte und Hilfen mit auf den weiteren Weg, erklärte mir Erd.

Otto Tepper (Geschäftsführer Diakonisches Werk Baden-Baden, Rastatt)

Überschuldung kann plötzlich entstehen. Durch Krankheit des Hauptverdieners, Tod des Ehegatten im Alter oder durch Jobverlust passen die Finanzen nicht mehr zur Lebensführung. Neben Sucht und unwirtschaftlicher Lebensführung ist dauerhaft geringes Einkommen einer der Hauptgründe für Überschuldung, zumindest im Einzugskreis der Schuldnerberatung. Die Statistik zeigt ganz deutlich:  Aus einer kurzfristigen Schieflage, wie Arbeitslosigkeit oder Abrutschen in den Niedriglohnsektor kann ein dauerhaftes Problem werden. Corona macht sich zum Glück noch nicht direkt bemerkbar, aber viele Menschen sorgen sich und informieren sich allgemein.

Zu geringes Einkommen ist folglich das Hauptproblem. Denn das ist die Besonderheit der Schuldnerberatung der Diakonie: sie berät hauptsächlich Menschen, die durchaus über Einkommen, sogar geregeltes Einkommen, verfügen. Im Unterschied zur Schuldnerberatung des Landkreises Rastatt: diese richtet sich ausschließlich an Menschen die Leistungen nach der Sozialgesetzgebung erhalten, wie beispielsweise das sogenannte „Hartz 4“.

Im Gegensatz zu den öffentlichen Stellen, wird die Schuldnerberatung des Diakonischen Werks nur aus Eigenmitteln und Spenden finanziert. Hier wünschen sich Erd und Tepper eine öffentliche Beteiligung zur langfristigen Finanzierung. Kritisch sieht Erd  übrigens den leichten Zugang zu Konsumkrediten. Mittlerweile gibt es im Internet schnell verfügbares Geld ohne Bonitätsprüfung, was einen leicht verleite, sich eine zu hohe Kreditlast aufzubürden.

v.l.n.r. Kai Whittaker MdB, Tobias Erd (Diakonie Fachbereich Schuldnerberatung), Otto Tepper

Ich bin den beiden für den Einblick sehr dankbar und bin der Überzeugung, dass wir Armut präventiv verhindern müssen. Wichtig ist es beispielsweise, Menschen vor Armut im Alter zu schützen. Menschen, die dauerhaft im Niedriglohnsektor feststecken, müssen gezielter unterstützt werden bei Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Nur wer dauerhaft von seinem Einkommen leben kann, kann auch fürs Alter vorsorgen und ist so am besten vor Armut geschützt, davon bin ich überzeugt.  Angebote wie die Beratungsstelle zeigen auch, wie wichtig finanzielle Mündigkeit ist. Deshalb bieten sie beispielsweise auch Schulungen und Unterrichtsbesuche an und versuchen Präventiv zu arbeiten. Stark! Ich finde, es sollte mehr solche Angebote geben.



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