Kai Whittaker MdB | Wie geht es der Kultur?
Kai Whittaker (*10.04.1985 in Baden-Baden) ist Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Rastatt. Seit seiner ersten Legislaturperiode ist er ordentliches Mitglied im Ausschuss Arbeit und Soziales. Die Themen, die den Ausschuss A&S beschäftigen, sind ganz nah am Leben der Menschen: Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit, soziale Sicherungssysteme und Rente, Inklusion und Teilhabe.
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Wie geht es der Kultur?

Um die aktuellen Sorgen und Nöte der Kultureinrichtungen in meinem Wahlkreis kennenzulernen, absolvierte ich vor kurzem einen Kulturtag. Dieser führte mich vom Festspielhaus über das Rastatter Straßenfestival tête-à-tête zu den Volksschauspielen nach Ötigheim wieder zurück nach Baden-Baden zum Theater. Während des gemeinsamen Austauschs informierte ich alle Kulturstätten darüber, dass der Bund mit „Neustart Kultur“ ein milliardenschweres Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich auf den Weg gebracht hat. Meine Botschaft war klar: Gerade in der Krise haben wir gemerkt, wie schmerzhaft wir die Kultur vermissen. Die Politik vergisst unsere Künstler und Kultureinrichtungen nicht!

Das Festspielhaus steht wegen Corona mit dem „Rücken an der Wand“ und setzt auf finanzielle Unterstützung durch Bund und Land, so Geschäftsführerin Dr. Ursula Koners. Zum Höhepunkt der Krise waren drei Viertel der Mitarbeiter in Kurzarbeit. „Das letzte Konzert fand am 7. März statt. Wir bereiten uns nun darauf vor mit einem besonderen Hygiene-Konzept ab Herbst wieder vor Gästen spielen zu dürfen“, so Koners. Dankbar zeigte sich die Geschäftsführerin für die Gutscheinlösung des Deutschen Bundestages: „Sehr viele unserer Gäste tauschen ihre Tickets um. Eine Erstattung ist bis auf Härtefälle erst nach dem 31.12.2021 möglich. Das hilft unserer Liquidität.“

In einem Videotelefonat mit dem Leitungsteam des Rastatter tête-à-tête erkundigte ich mich nach dem aktuellen Stand des größten Straßenfestivals Deutschlands. „Der finanzielle Schaden ist zum Glück überschaubar. Dennoch schmerzt die diesjährige Absage des tête-à-tête, da wir alle viel Herzblut in die Planungen gesteckt haben“, so Christina Hernold, Veranstaltungsreferentin der Stadt Rastatt. 2021 wird nach Zustimmung des Rastatter Gemeinderats eine verkürzte Spezial-Ausgabe des tête-à-tête stattfinden und zwar vom 3. bis 5. Juni 2021. Ab 2022 soll es das Festival dann wieder im zweijährigen Rhythmus geben, so die künstlerischen Leiterinnen Julia von Wild und Kathrin Bahr.

„Die Situation drückt extrem“, fasste Bürgermeister Frank Kiefer (CDU) in seiner Funktion als 2. Vorsitzender der Volksschauspiele Ötigheim die aktuelle Lage zusammen. Ebenfalls präsent bei dem Gesprächsaustausch waren geschäftsführender Vorstand Maximilian Tüg und Vorstandsmitglied Rudi Wild. Nach kompletter Absage der Saison 2020 konnte das Programm Eins-zu-eins auf die Saison 2021 übertragen werden. „Aber die Absage einer weiteren Saison würden wir Stand heute finanziell nicht mehr verkraften“, warnt Tüg. Nach einer bereits erfolgten Bürgschaft der Gemeinde Ötigheim, setzen die Volksschauspiele nun auf finanzielle Unterstützung durch Bund und Land, unterstrich Kiefer. Auch die Besucher und Freunde der Volksschauspiele werden um Unterstützung gebeten. Aktuell läuft eine Fundraising-Aktion, um das „Theater-Wunder von Ötigheim“ am Leben zu halten.

Beim Theater Baden-Baden ist die finanzielle Situation noch nicht dramatisch, da das Theater in öffentlicher Trägerschaft ist, so Intendantin Nicola May. „Deshalb war es uns auch ein besonderes Anliegen am Höhepunkt der Corona-Krise, gleich nach der Schließung des Theaters in der Stadt, trotzdem präsent zu sein, zum Beispiel durch das Schneidern von Schutzmasken, digitale Beiträge – und später kleine Hofbühnen-Programme, sobald dies wieder möglich war“, so May. Mehr Sorgen bereitet der Intendantin die zukünftige Finanzierung. In Zeiten von Haushaltssperren und unsicherer wirtschaftlicher Entwicklung der Kommunen seien die Auswirkungen für das Theater im Doppelhaushalt 2022/23 noch nicht absehbar.

Ich habe mir bewusst einen Tag Zeit genommen, um vier wichtige Kultureinrichtungen meines Wahlkreises zu besuchen. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Trägerschaft, sondern auch im Ausmaß der finanziellen Betroffenheit. Ich bewundere mit wie viel Herzblut daran gearbeitet wird, im Rahmen der geltenden Corona-Vorschriften wieder den Kulturbetrieb wieder hochzufahren. Selbstverständlich werde ich bundespolitische Förderanträge aller Kultureinrichtungen aus meinem Wahlkreis unterstützen!



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